Monatsvorträge
z.Zt. online via zoom (siehe Seitenende)


Von Februar bis November eines jeden Jahres findet an jedem dritten Mittwoch des Monats um 19:00 Uhr im Hörsaal der AVV ein Vortrag statt, gehalten durch Dozenten von astronomischen Instituten in ganz Deutschland und erfahrenen Amateurastronomen. Die Vorträge decken ein breites Spektrum astronomischer Forschung und teilweise auch die Historie der Astronomie und speziell des Observatoriums Hoher List ab und sind so konzipiert, dass sie von einem Laienpublikum leicht verstanden werden können.

16.02.2022


Prof. Dr. Ralf‐Jürgen Dettmar

Astronomisches Institut, Fakultät für Physik und Astronomie
Ruhr-Universität Bochum

Die Erfolgsgeschichte der Weltraumastronomie - von "Hubble" zu "James Webb"

Zusammenfassung:

Es fing gar nicht wie eine Erfolgsgeschichte an: nach dem Start des Satelliten am 24.04.1990 war die Enttäuschung zunächst groß, als man feststellen musste, dass der Hauptspiegel des Teleskops in eine falsche Form geschliffen worden war und deshalb keine scharfen Bilder liefern konnte. Doch nach einer spektakulären Reparatur-Mission durch Shuttle-Astronauten liefert das Hubble-Weltraum-Teleskop nun seit vielen Jahren spektakuläre Bilder aus dem All. Diese Daten haben unser Verständnis des Universums in vielen wichtigen Punkten - von der Galaxienentstehung bis zur Untersuchung anderer Planetensysteme - grundlegend geändert. Höhepunkt ist dabei sicher die durch einen Nobelpreis für Physik gewürdigte Entdeckung der sog. "Dunklen Energie" in der Expansion des Kosmos. Der Vortrag fasst die Geschichte des Hubble-Weltraum-Teleskops mit den wichtigsten Entdeckungen zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf den Nachfolger, das James Webb Weltraum Teleskop.

16.03.2022


Prof. Dr. Uli Klein

AVV & AIfA Bonn


ALMA Teil I: Ein spektakuläres Radioteleskop


Zusammenfassung

Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist ein Verbund von insgesamt 66 Radioteleskopen (54 mit 12 m, 12 mit 7 m Durchmesser), welcher in der chilenischen Atacama-Wüste in 5000 m ü.M. für Beobachtungen eines breiten Spektrums astrophysikalischer Phänomene verwendet wird. In der Chajnantor-Hochebene, wo die dünne und extrem trockene Erdatmosphäre für Radiowellen besonders durchlässig ist, können Beobachtungen in einem Wellenlängenbereich von 3.6 mm bis 0.32 mm (83 GHz bis 940 GHz) durchgeführt werden. Schon wenige Jahre nach seiner Inbetriebnahme übertrifft ALMA alle Erwartungen - seine hohe Empfindlichkeit und Winkelauflösung liefern Beobachtungen mit spektakulären Details, vom lokalen bis zum frühen Universum, von der Stern- und Planeten- bis zur Galaxienentstehung. Das Radioteleskop wurde in einer internationalen Kooperation gebaut und wird von ESO, AUI/NRAO (USA) und NAOJ (Japan) gemeinsam betrieben.


20.04.2022

Prof. Dr. Uli Klein
AVV & AIfA Bonn

ALMA Teil II: Von der Planetenentstehung bis zum Schwarzen Loch

Zusammenfassung

Dieser Vortrag bringt die Highlights der bisherigen Forschung mit dem Atacama Large MM Array (ALMA). ALMA hat die Erwartungen übertroffen. Dies spiegelt sich in spektakulären Beobachtungen in diversen Bereichen der modernen Astrophysik wider. Erstmals kann die Entstehung von Sternen aus kollabierenden Molekülwolken sowie die Entstehung von Planeten um junge Sterne beobachtet werden. Auch die Endphasen massiver Sterne konnten in einigen Fällen schon mit ALMA erfasst werden. Die Molekülwolken, aus denen später neue Sterne entstehen, können auch in Galaxien, die Millionen Lichtjahre entfernt sind, sehr detailliert beobachtet werden. Die sehr hohe Winkelauflösung von Alma ermöglicht letztlich auch die Beobachtung der Galaxienentstehung in der Frühphase des Universums. Und nicht zuletzt spielte ALMA eine tragende Rolle bei der ersten Abbildung eines supermassiven Schwarzen Lochs.


18.05.2022, 20:00 Uhr

Sven Plöger

Ort: Forum Daun

Der Blick nach vorn - was verändert sich in unserer Atmosphäre?

Egal ob Klimawandel und Energiewende oder sämtliche Themen rund ums Wetter - von schweren Unwettern und Dürren bis hin zu Hochwasserwetterlagen - Sven Plöger erklärt Ihnen die Begriffe und die Unterschiede zwischen Wetter und Klima. Unterhaltsam und anschaulich, gibt Deutschlands bekanntester "Wetterfrosch" Einblicke in das beeindruckende Schauspiel, das die Natur uns täglich bietet und beantwortet wichtige Fragen zur aktuellen Klimadebatte.

siehe  Vorträge im Forum Daun

Eintrittskarten kann man hier bestellen.


15.06.2022

Prof. Dr. Martin Wenzel

Augenklinik Petrisberg, Trier

Das Menschliche Auge als Werkzeug des Astronomen

Inhalt des Vortrags:

  • Johannes Kepler als Pionier der modernen Augenheilkunde
  • Die Pupille und die Erfindung des Fernrohrs 1608
  • Funktion und Aufbau des Auges, Verknüpfung von Auge und Gehirn
  • Warum können junge Menschen ein Fernrohr nicht scharf einstellen?
  • Warum können Kinder und kurzsichtige Menschen mit einer konvexen Linse (ohne Okular) Krater auf dem Mond erkennen?
  • Warum sind im Auge die Sinneszellen nicht dem einfallenden Licht zugewandt, sondern von der Nervenfaserschicht überlagert?
  • Führt die Covid-Pandemie zur Kurzsichtigkeit, wie kürzlich durch die Presse ging?
  • Die 5 häufigsten Augenerkrankungen (Tränenstörung, Katarakt, Glaukom, Diabetes, AMD)
  • Welche Linsen sind bei der Staroperation für Sternenfreunde (nicht) zu empfehlen?

20.07.2022


Dr. Anke Pagels-Kerp
DLR

Megakonstellationen - Der bewegte Himmel


Zusammenfassung

Spätestens seit Elon Musk seine Pläne für die Starlink Satelliten verkündet hat, sind die Megakonstellationen im Alltag angekommen. Die Starlink-Architektur wird nur eine von mehreren Konstellationen sein, die sich derzeit auf den Markt drängen. Wie wird sich also der Himmel zukünftig für uns verändern? Mit welchen Herausforderungen haben wir umzugehen? Wo liegen die Vorteile von Konstellationen und welche Nachteile müssen wir dafür in Kauf nehmen? Ich nehme Sie mit auf eine kurze Reise in den erdnahen Orbit, um sich vor Ort ein eigenes Bild machen zu können.

17.08.2022


Prof. Dr. Dominik Bomans
Astronomisches Institut, Fakultät für Physik und Astronomie
Ruhr-Universität Bochum


Starburst-Galaxien im Sternbildungsrausch


Zusammenfassung

Nicht alle Galaxien sind so zuverlässig wie unsere Milchstraße, die in den letzten Milliarden Jahren regelmäßig 1 Sonnenmasse an Sternen pro Jahr erzeugte. Das ist anscheinend auch eine recht typische Menge für Galaxien ihrer Masse. Es gibt aber auch andere Galaxien, die extreme Mengen von Sternen in kurzer Zeit erzeugen, hundert, ja tausendmal mehr als unsere Milchstraße. Die Gründe dafür sind vielfältig und sind Thema dieses Vortrags. Starbursts haben großen Einfluss auf die Entwicklung der Galaxien und ihre Umgebung und scheinen häufiger im Leben von Galaxien stattzufinden als früher gedacht. Beobachtungen vom Radiobereich über das ferne Infrarot, den optischen Bereich, bis hin zum Röntgenbereich liefern die Daten für das Verständnis dieser Galaxien in diesem Ausnahmezustand, der in ganz kleinen, aber auch in wahren Monstergalaxien auftritt.


21.09.2022


Prof. Dr. Fabian Walter
MPIA Heidelberg

ALMA-Beobachtungen des Hubble Ultra-Deep Field


Zusammenfassung

Das Hubble Ultra-Deep Field ist das Himmelsfeld, für welches die besten Beobachtungen in vielen Wellenlängen existieren. Bisher wurden hier hauptsächlich die Sterne in hoch-rotverschobenen Galaxien untersucht. Neue Beobachtungen mit ALMA ermöglichen nun, auch das molekulare Gas zu beobachten, welches für zukünftige Sternentstehung benötigt wird. Zusammengenommen ermöglichen die Daten des Hubble Ultra-Deep Fields nun, den kosmischen Kreislauf der Materie zu bestimmen.


19.10.2021

Priv. Doz. Dr. Kerstin Weis

Astronomisches Institut, Fakultät für Physik und Astronomie
Ruhr-Universität Bochum


Vom Winde verweht - das Leben massereicher Sterne


Zusammenfassung

Es klingt sehr ungewöhnlich, doch in der Tat beginnen Sterne schon während ihrer Entstehung Material zu verlieren. Diese Eigenschaft, der Massenverlust, begleitet sie bis zum Ende ihres Lebens. Zu jeder Zeit verlieren Sterne - je nach Masse und Entwicklungsstadium - mehr oder weniger viel Material, oder kurz gesagt: Sterne nehmen immer ab! Der stellare Massenverlust findet meist stetig in Form eines Sternwindes statt. Einige massereiche Sterne werden zu Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen (LBV). Diese produzieren einen extrem starken Wind und es kann mitunter zu eruptiven Ereignissen kommen, wobei Auswurf von Material erfolgt. Das Ergebnis des steten Sternwinds und der Eruptionen ist die Bildung von Gasnebeln in der direkten Umgebung der Sterne, die wie kleine bunte Juwelen am Sternenhimmel leuchten! Wie sie entstehen und was uns ihre Farben und unterschiedlichen Formen verraten können, sind die zentralen Themen diese Vortrags.


16.11.2022


Priv. Doz. Dr. med. Christoph Schmidt

Facharzt für Innere Medizin - Gastroenterologie, Bonn


Hans Schmidt und die Aufbauzeit des Hohen List

Zusammenfassung:

Nach dem 2. Weltkrieg waren wegen veralteter Technik und zunehmender Lichtemissionen astronomische Beobachtungen an der Sternwarte Bonn nicht mehr möglich. Deshalb wurde 1949 der Beschluss gefasst, auf Initiative und unter Leitung von F. Becker eine Außenstation zu bauen. H. Schmidt führte 1949 erste Sichtbeobachtungen auf dem Hohen List bei Daun durch. 1952 begannen die Bauarbeiten und mit der Montage eines Cassegrain-Teleskops startete 1953 die wissenschaftliche Arbeit in der Eifel. Nach Fertigstellung der Gebäude nahm 1954 die Außenstation auf dem Hohen List mit 4 Teleskopen unter Leitung von H. Schmidt ihre Arbeit auf. Wichtigstes Instrument war ein neues Schmidt-Teleskop. Räumliche Enge und die Ausweitung des Wissenschaftsbetriebes machten eine Erweiterung erforderlich. Von 1964 bis 1965 erfolgte der zweite Bauabschnitt mit Errichtung von 2 Türmen, einem Werkstattgebäude, einem Wohnhaus und später einem Elektroniklabor. Wichtigstes Instrument wurde das 1m-Spiegelteleskop, das neue Arbeitsmöglichkeiten eröffnete. Das Institut auf dem Hohen List war damit zum damaligen Zeitpunkt die zweitgrößte und modernste Sternwarte in Deutschland. Zahlreiche Wissenschaftler und Gäste arbeiteten hier auf unterschiedlichsten Fachgebieten. Für H. Schmidt, der 1985 in den Ruhestand trat, war der Aufbau und die Leitung des Hohen List eine Lebensaufgabe. Der Vortrag schildert die Gründung, den Bau und die Entwicklung des Observatoriums in den ersten 35 Jahren und die Rolle von H. Schmidt.

Unser Vortragsraum faßt etwa 35 Personen, eine Anmeldung zu den Vorträgen ist erforderlich.

Erwachsene: € 5.00 Kinder € 2.50

In den Monaten Dezember und Januar finden witterungsbedingt keine Vorträge statt, ebenfalls nicht bei akutem Schneefall, da der Anfahrtsweg zwischen dem Parkplatz und dem Observatorium nicht geräumt wird. Die Höhe der Schneedecke entnimmt man am besten den Angaben für den Mäuseberg bei Daun. Auch die Webcams am Flugplatz Daun sowie rund um Schalkenmehren sind hier sachdienlich.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie finden die monatlichen Vorträge bis auf weiteres online (via zoom) statt (siehe obige Zusammenstellung sowie Ankündigungen in den Medien). Zu den Online-Veranstaltungen erfolgt die Anmeldung nicht über die Touristik-Büros; die Zugangsdaten zu den Vorträgen kann man über Kontakt erfragen. Nichtmitglieder werden gebeten, vor ihrer Teilnahme der AVV die o.a. Teilnahmegebühren zu überweisen.

Kontodaten:
Kreissparkasse Vulkaneifel BLZ: 586 512 40
Kto. Nr.: 351858
IBAN: DE07 5865 1240 0000351858
Swift / BIC: MALADE51 DAU

Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, wann die Vortragsreihe wieder in ihrem normalen Rahmen im Hörsaal der AVV aufgenommen werden kann. Sobald dies wieder möglich ist, wird es an dieser Stelle sowie in sämtlichen Printmedien und in den sozialen Medien bekannt gegeben.